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Supermoto DM Lauf in Stendal

 

 

 

Bei herrlichem Sonnenschein

und eine zarten Brise konnte der Saisonauftakt der Supermoto DM

auf dem Flugplatz in Borstel bei Stendal gefeiert werden.

Was die Spitzenfahrer der Supermoto DM und auch der vertretenen Amateur- Cup- und Nachwuchsklassen den knapp 3.500 zahlenden Zuschauern an Racing zu bieten hatten war eine starke Vorstellung.

 

 

 

 

S1 DM - Training (Samstag)
Zu Beginn des Trainings flimmerten die Bestzeiten hektisch auf den Bildschirmen, wobei sich zur Mitte der Sitzung Petr Vorlicek (#2) an die Spitze des Feldes setzen konnte. Kurze Zeit später konterte Marcel Götz (#54) um seine Führung aber auch gleich wieder an Markus Volz abgeben zu können. Als nur noch 6 Minuten für das Zeittraining übrig waren, donnerte der 17 Jahre junge Romain Febvre mit einer 1:16.501 in die Spitze der Startaufstellung und ließ bloß seinen DSR Teamkollegen Vorlicek vor sich, der noch einmal 0.246 Sekunden schneller um den 1.800 Meter langen Kurs geflogen war. Der angeschlagene Michi Herrmann konnte trotz seiner lädierten Schulter den dritten Startplatz ergattern, gefolgt von Marcel Götz. Die Favoriten Volz und Künzel mussten auf den Plätzen vier und fünf mit der zweiten Startreihe Vorlieb nehmen.

 

 

 

 

 

 S1 DM - Heat 1
Der angeschlagene Vizemeister Michi Herrmann ging trotz seiner Trainingsverletzung an der rechten Schulter an den Start und schnappte sich sogar kurzzeitig die Führung. Doch schon beim ersten Weg durch den Offroad war Romain Febvre an Herrmann vorbei, gefolgt von Polesetter Petr Vorlicek, der in der zweiten Runde angriff. Während sich die beiden Suzukis um die Führung balgten und Herrmann ein recht einsames Rennen fuhr, standen Markus Volz, Jürgen Künzel und Marcel Götz im Kampf um Platz drei. Götz musste in der zehnten Runde mit Plattfuß an die Box und ging somit punktlos von dannen. Davon unbeeindruckt übte Künzel weiterhin mächtigen Druck auf Markus Volz aus, dessen HPS Motorrad sichtlich Öl verbrannte, jedes Mal wenn er den Gasgriff lupfte. "Wenn Du Deinen Vordermann qualmen siehst, dann rechnest Du damit, dass er jeden Moment ausfällt." Doch Künzel griff trotzdem weiter an und war an verschiedenen Stellen der Strecke sichtbar schneller. Volz konnte seine Position auf Platz vier dennoch halten und wurde am Schluss sogar noch mit einem Bonbon belohnt. Petr Vorlicek bremste sich durch eigene Unachtsamkeit das Motorrad aus, wodurch Herrmann, Volz und Künzel nach vorne gespült wurden. "Mein Handprotektor hatte sich gelockert und ich wollte meinen Vorsprung zu Herrmann locker und ruhig heim fahren. Eh ich im Offroad noch Probleme mit dem Protektor bekomme fuhr ich ganz vorsichtig. So vorsichtig, dass ich mich selbst ausbremste." meinte Vorlicek mit einem Lächeln und fügte hinzu: "Ich Trottel!"
Romain Febvre gewann das erste S1 Rennen der Saison mit über 10 Sekunden vor Michi Herrmann, Markus Volz, Jürgen Künzel und einem humorvollen Petr Vorlicek.

 

 

 

 

S1 DM - Heat 2
Nun war Vorliceks Zeit gekommen.

Der Tscheche führte das Feld vom Start weg an, gefolgt von Herrmann, Götz, Künzel, Volz, Febvre, René Esterbauer und Markus Class.

Als erstes begann der hochmotivierte Febvre zu attackieren.

In der ersten Runde war Volz schon nach wenigen Metern Straßenhatz fällig um sich anschließend Götz, den Künzel bereits bezwungen hatte, im Offroad zu schnappen.

Künzel bekam eine Runde Schonfrist um ihn dann im weiten Linksknick des Offroad außen herum zu überholen.

An Michi Herrmann hatte der Franzose ein wenig länger zu knabbern, aufs Rennen gesehen jedoch unwesentlich.

In Runde vier nahm Febvre auf dem Weg zum Table wesentlich mehr Schwung mit und überflog dann die HP-Moto Aprilia regelrecht. Das Ziel vor Augen, Vorlicek einzufangen, fuhr Febvre mit 1:14.639 die insgesamt absolut schnellste Runde an diesem Wochenende und fand sich ruck zuck am Heck seines DSR-Teamkollegen wieder. Doch zum Überholen sollte es dann nicht reichen.

Petr Vorlicek war anfänglich auf der Hut und konnte nach einigen Runden erbittertem Kampf sogar wieder Land gewinnen. Er siegte mit zwei Sekunden Abstand zu Febvre. Michi Herrmann kämpfte auch im zweiten Rennen nicht nur mit der Strecke und seinen Gegnern, sondern auch gegen seine Schmerzen an. Schnell genug sein um nicht von Volz und Künzel eingeholt zu werden und gleichzeitig soft genug fahren, dass das Pochen der Schulter erträglich bleibt. So waren wohl seine Gedanken während des Rennen. Doch seine Hintermänner hatten so sehr mit sich zu tun, dass blitzschnelle Runden nicht zustande kamen. Im umgekehrten Sinne zum ersten Lauf scheuchte Volz den deutschen Rekordmeister vor sich her und machte es in der neunten von 13 Runden wahr. Er schob seine HPS an der Zupin Husqvarna von Künzel vorbei und wurde mit drei Sekunden Rückstand auf Herrmann schließlich Vierter. Künzel wurde auf die letzten Runden zwar noch von Markus Class bedrängt, blieb aber auf Rang fünf.

 

 

 

 

 

S1 Meisterschaftsstand nach 2 von 16 Rennen:

    • Romain Febvre (61) / Suzuki - 47 Punkte
    • Michael Herrmann (5) / Aprilia - 42 Punkte
    • Petr Vorlicek (2) / Suzuki - 41 Punkte
    • Markus Volz (3) / HPS - 38 Punkte
    • Jürgen Künzel (74) / Husqvarna - 34 Punkte
    • Markus Class (111) / Suzuki - 29 Punkte
    • Ronny Fryns (85) / Honda - 25 Punkte
    • Julian Becher (98) / Kawasaki - 25 Punkte
    • Dirk Spaniol (17) / Suzuki - 24 Punkte
    • Eddy Petard (88) / HPS - 20 Punkte

     

     

     

     

     

     

     

    Zeittraining S2 (Samstag)
    In der großhubigen S2 Klasse war auf der designierten Pole Position es ein stetiges Bäumchen-wechsel-Dich-Spiel zu erleben. Jasinski und Hermunen galten schon von vorne herein als die üblichen Verdächtigen und machten es dennoch spannend. Jasi legte mit seiner 2008er MH Husaberg vor und Mauno Hermunen konterte erwartungsgemäß. Als noch 6 Minuten der Zeit übrig waren, setzte Jasinski seine persönliche Bestzeit mit 1:16.018 und sprang somit 0.747 Sekunden vor Hermunen auf die erste Position. Hermunen konterte, doch er schaffte es im ersten Anlauf lediglich den Abstand zu Jasinski auf zwei Zehntel zu verkürzen und scherte wieder in die Box ein. Als die Uhr nur noch zweieinhalb Minuten Restzeit signalisierte, machte sich der Finne erneut auf den Weg. Eine Einlaufrunde um dann die letzte "Fliegende" zu nutzen. Als der Rennleiter schon mit der Karierten Flagge wartete um das Training zu beenden kam Hermunen angeschossen und verbesserte seine Zeit um fast eine Sekunde, was ihm die Pole Position einbrachte. Mit 2.4 Sekunden Abstand auf die Bestzeit parkte Nico Joannidis die Supermoto Style Factory Husaberg auf Startplatz drei, gefolgt von Manolito Welink auf der Aprilia vom Team Grebenstein.

     

     

     

     

     

     S2 DM - Heat 1
    Mauno Hermunen bugsierte seine Husqvarna als Schnellster aus der Startposition und wurde die ersten Runden dicht gefolgt von Jochen Jasinski. Nach einer Weile der Hatz riss die direkte Verbindung zwischen den beiden allerdings ab und der Meister zog mit nunmehr großen Schritten davon. Hermunen gewann den S2 Auftakt mit einem Abstand von 17 Sekunden zum wahrlich flotten End-Dreißiger Jochen Jasinski. Um Platz drei fand kein nennenswerter Kampf statt, da Manolito Welink beim Start gut vom Fleck kam und danach fehlerfrei seine Bahnen zog. Robert Dornbrach konnte seine Stega KTM nach hervorragendem Start drei Runden lang auf Rang vier halten, doch Nico Joannidis drängelte sich erfolgreich am Berliner vorbei um sich Rang vier zu holen. Dornbrach hielt die fünfte Position mit weitem Abstand auf den Rest des Feldes.

     

     

     

     

    S2 DM - Heat 2
    Im ersten Rennen war Daniel Hiemer in eine Startkollision verwickelt, bei der ihm Dany Lechthaler von hinten kommend das Heck anschubste.

    Nun da der junge Husqvarna Pilot im Rennen zwei diese kritische Phase überstanden hatte und als Fünfter auf die Gegengerade einbog, war sein Glück schon wieder am Ende und er ging durch eigenes Verschulden zu Boden. Nachdem er sich als 15ter wieder eingereiht hatte schaffte er es bis auf Platz acht.

    René Tänzer und Dany Lechthaler mussten eine Stop and Go Strafe absitzen, da sie beim Start ein wenig voreilig waren.

    Aber nach Absitzen dieser Strafe nahm Lechthalers Misere erst ihren Lauf. Die Rennleitung stellte fest, dass die Lederkombi von Lechthaler offen stand, obwohl der Reißverschluss geschlossen war. Der Zipper wahr wohl nicht einsatztauglich vernäht worden und Lechthaler kassierte dafür eine schwarze Flagge. Nach einigen Metern Tape rund um den Lederkombi konnte es für den Österreicher allerdings weitergehen.
    An der Spitze drehte Hermunen derweil seine Runden, wie üblich gefolgt von Jochen Jasinski.

    An Überholen war auch in diesem Rennen nicht zu denken und Hermunen verabschiedete sich aus dem Blickfeld des Deutschen. Welink und Wagner standen nach dem Start auf den Rängen drei und vier und fuhren auch in gleicher Reihenfolge über die Ziellinie. Nico Joannidis war nach dem Start aus der ersten Reihe weit abgeschlagen in der Region um den zwölften Platz unterwegs und kämpfte sich während des Rennens mühselig nach vorne auf den fünften Platz zurück.

     

     

     

     

     

    S2 Meisterschaftsstand nach 2 von 16 Rennen:

      • Mauno Hermunen (131) / Husqvarna - 50 Punkte
      • Jochen Jasinski (13) / Husaberg - 44 Punkte
      • Manolito Welink (8) / Aprilia - 40 Punkte
      • Nico Joannidis (116) / Husaberg - 34 Punkte
      • Robert Dornbrach (65) / KTM - 31 Punkte
      • Michael Wagner (6) / KTM - 30 Punkte
      • Andreas Mikkelsen (24) / Yamaha - 29 Punkte
      • Frederik Eriksson (14) / KTM - 24 Punkte
      • Danni Furhbach (178) / Husaberg - 23 Punkte
      • Jan Deitenbach (44) / Suzuki - 21 Punkte

       

       

       

      Superfinale
      Jochen Jasinski konnte nach einigem zu Bruch gegangenem Material an seiner Maschine nicht am Rennen teilnehmen, wodurch der vierte Startplatz im Kräftemessen der Besten leer blieb.
      Doch dass Pulverfass war auch ohne Jasinski bis zum Rand gefüllt. Die beiden Suzuki Piloten Febvre und Vorlicek standen mit ihren 450er Waffen gegen den WM-Held von Viterbo und amtierenden S2 Meister Mauno Hermunen auf der Zupin Husqvarna mit immerhin 530 Kubikzentimetern.
      Hermunen gewann den Start knapp vor Febvre und Vorlicek. Schon beim ersten Weg durch den Offroad ging der kleine Franzose dann aber an Hermunen vorbei und trieb damit den Pulsschlag aller Zuschauer enorm in die Höhe. Doch Hermunen fackelte seinerseits nicht lange und konterte noch in der selben Runde um die Führung wieder an sich zu reißen. Nun trieben Febvre und Vorlicek den Finnen zwei Runden vor sich her bis der 17 Jahre junge Romain Febvre nach einem Sprung im Offroad so hart aufschlug, dass es ihm den Handprotektor vom Lenker löste und sich mit dem Bremshebel verklemmte. Febvre musste langsam weiterfahren und zu allem Überdruss die Box aufsuchen, um das Malheur richten zu lassen. Er wurde zum Schluss 17ter.
      Nun musste sich Petr Vorlicek der Aufgabe annehmen den wilden Finnen in die Knie zu zwingen. Vorlicek passierte Hermunen sogar und übernahm fünf Runden lang die Führung. Dann machte Hermunen aber den Deckel drauf und bog vor dem Tschechen in die lange Rechtskurve am Ende der Gegengerade um seinen dritten Sieg an diesem Tag einzufahren.
      Michi Herrmann belegte erneut einen hervorragenden dritten Platz, gefolgt von Jürgen Künzel, der seinerseits über 16 Sekunden Abstand zum Fünften Markus Volz herausfahren konnte.

       

       

      Text und Bild:

       

      Christian Queens

       

      www.supermoto.de

       

       

       



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