…wir waren mal wieder unterwegs mit unserem Dauertester und es ist immer wieder
interessant welch enorme Anziehungskraft unwegsamen Gelände
auf die BMW hat.

Da schon zirka 200 Meter hinter unserem Haus ein unbefestigter Pfad in den Wald führt,
geht man diesem Drang ohne zu zögern nach. Die 15 Kilometer nach Bad Tölz werden
dadurch zwar um ein Paar Kilometer und einen ungewissen Zeitraum verlängert,
aber der Spaßfaktor steigt enorm.

Der Heidenau K60 ist ein super Kompromiss zwischen Offroad- und Onroadtauglichkeit
und war ein treuer Begleiter auf einer unserer großen Ausfahrten.
Mit einer etwas veränderten Übersetzung dreht der Motor weniger hoch,
was sogar Ausflüge mit Tourenerprobten GS 1200 Fahrern zulässt.
Auf engen Pässen macht es richtig Spaß die Big Boxer zu jagen
und in Kurven außen zu überholen (böser Bub – wieee böse?)…

(kleiner Schnappschuss bei der Ausfahrt mit den Großen)
...alle wollen die 450er ausprobieren,
plötzlich braucht keiner mehr den Komfort und die Gepäckkoffer der Boxer GS
– koooomisch – naja, man braucht wohl doch nicht nen halben Hausstand bei einer Tour,
eher nen leichtes, handliches Bike, dass die Überquerung der Alpen
auf abgelegenen Wegen erlaubt und nicht zu einer Tortur werden lässt.

Einzig störend ist der unter der Gepäckrolle
verschollene Tankeinfüllstutzen,
aber sonst steht der Reisetauglichkeit abseits
befestigter Strassen nichts im Wege.
Zu langen Geradeausfahrten auf Asphalt lädt die
Sitzbank allerdings nicht ein, obwohl wir schon
schlechteren Sitzkomfort erlebt haben.
Entschädigt wird man durch die Bewegungsfreiheit
auf dem schmalen Polster wenn es erforderlich ist
rasch die Sitzposition zu wechseln.
Natürlich ist das Endurofahrwerk nicht optimal für die Strasse,
aber die Mischung passt und bildet einen guten Kompromiss.
Die Vierzig PS und die jetzt etwas längere Sekundärübersetzung machen aus der G450X
eine Alltagsenduro und trotzdem kann man mit ihr echten Motorsport betreiben.
Am nächsten Wochenende haben sich gleich mehrere Enduristen für eine Probefahrt
angemeldet… mal schauen, was die sagen.

…Also heute war ein richtig anstrengender Tag auf der Motocrossstrecke.
Jeder wollte BMW fahren und ich auch !!!
Ausgerüstet hatten wir die 450er heute mit dem UNICROSS von Metzeler,
der sich neben seiner akzeptablen Strassentauglichkeit,
als sehr guter Enduro- Trail- Reifen entpuppte.

Fünf Fahrer haben sich immer wieder abgewechselt.
…zwischendurch durfte ich auch mal,
sonst fuhr ich die 250er KTM die wir zu meinem Glück auch dabei hatten….

Naja, aus Sicht von BMW war dieser Tag ein Erfolg.

Obwohl sich wahrscheinlich nicht gleich jeder der fünf Enduristen
die Kleine aus Bayern zulegen wird, waren alle angetan von dem schlanken Einzylinder.
BMW wird voraussichtlich dieses Fahrzeug 2012 aus dem Programm nehmen und
dann besteht nur noch die Möglichkeit in den Genuss dieses etwas anderen Fahrgefühls
zu kommen, wenn man die BMW gebraucht kauft,
oder sich für die neue 449er Husqvarna entscheidet.

Unseren Test schließen wir mit einem Fazit in Stichpunkten ab:
Alltagstauglichkeit durchaus gegeben, wenn man ein wenig die Übersetzung ändert.

Zu Endurotouren läd die 450er ein. Sie ist sehr einfach zu fahren, sowohl im schnellen
Segment, wie auch auf Trailpassagen. Selbst nicht so versierte Enduristen verlieren auf der
BMW die Angst auch mal etwas neues zu probieren (steile Hangabfahrten, Geröllfelder,
Wurzeln und Felsen).

Der Motor hat schon mit 40 PS homologiert genügend Power,
um auf und abseits der Strasse viel Fahrspaß zu vermitteln.
Das Fahrwerk ist Enduromäßig eher komfortabel, kann aber schon im Originalzustand ausreichend „härter“ gestellt werden, um auch Ausflüge auf die Motocrossstrecke zu überleben und dabei sogar Spaß…viel Spaß zu haben.
Wer selber schraubt, hat bei der kleinsten BMW etwas mehr Zeitaufwand in Kauf zu nehmen, da die Verkleidungsteile mit Achtzigtausend Schrauben befestigt.
Zudem ist aufgrund der Ritzelposition bei jedem Wechsel der Schwinge erforderlich.
Zur Haltbarkeit können wir sagen, dass unser Testfahrzeug sehr gut gelaufen ist und wir während des Testzeitraumes nur Ölwechsel und Ventilkontrolle vorgenommen haben.
Elektrik, Licht usw. funktionieren ohne Probleme. Es ist auch genügend Strom an Bord, um Licht, Bremslicht und Blinker gleichzeitig zu bedienen…natürlich tragen die Diodenlampen dazu ihren Teil bei.

Gefahren wird ohne Zündschlüssel, das Fahrzeug ist immer startbar, also sollte man die 450er mindestens mit dem Schloss am Lenkkopf sichern, der Tank ist auch nicht abschließbar und die Tankdeckel- Abdeckung loses Zubehör.
Im Großen und Ganzen ist das Fahrzeug hochwertig und durchdacht verarbeitet, die Anzeige ist gut ablesbar und eine Warneinrichtung mit dem Hinweis „Speed“ signalisiert ein überschreiten eines gewissen Drehzahl, bzw. Geschwindigkeitsbereiches (ca. 120 km/h). Dieser Hinweis kann nerven, kann aber auch zu einem etwas gemäßigten Fahrstil verhelfen, da man signalisiert bekommt, dass man hier auf einem Hochleistungseinzylinder sitzt und dieser Dauervollgas nicht ganz so gerne mag.

Insgesamt waren wir sehr angetan von der kleinen BMW und hatten sehr viel Spaß mit ihr.
Wir sind oft gefahren, haben wenig geschraubt und waren größtenteils legal unterwegs –
mal abgesehen von den paar Fahrten,
als wir den Stecker für die volle Leistung eingesteckt hatten.
BMW lieferte uns zu dem Fahrzeug eine Sport- Abgasanlage für den Wettkampfeinsatz dazu, der leichter war und fühlbar die Leistungskurve in Richtung Agilität verändert.

Die BMW ist so ziemlich die einzige Enduro in diesem Segment,
die legal mit vernünftiger Leistung zu erwerben ist!

Fahrerbekleidung:
Stiefel-Acerbis, Handschuh, Hose & Shirt- NoFear, Safetyjacket & Nackprotect- EVS, Kneebrace- CTi², Helm- Grex, Brille- UVEX
Helm Monster von Oneal, Handschuh Hose & Shirt- Moster von Oneal,
Stiefel- Forma, Brille Progrip

Technische Daten und Info findet Ihr unter:
www.bmw-motorrad.de